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		<title>Wir sind zur Kreativität geboren</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Mar 2012 08:51:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Der Neurologe Gerald Hüther propagiert eine Kultur, die es Menschen erlaubt, das eigene Potenzial zur Entfaltung zu<br />
bringen. Das Gespräch führte Christoph Quarch. Foto von Sven Nieder (<a href="http://www.sven-nieder.de" target="_blank">www.sven-nieder.de</a>).</p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href='http://www.wirks.at/wp-content/uploads/2012/03/huether.pdf'>Der Artikel ist auch als druckfreundliches PDF erhältlich</a></em><br />
<em>Der Neurologe Gerald Hüther propagiert eine Kultur, die es Menschen erlaubt, das eigene Potenzial zur Entfaltung zu bringen. Das Gespräch führte Christoph Quarch. Fotos von Sven Nieder (<a href="http://www.sven-nieder.de" target="_blank">www.sven-nieder.de</a>). Eine längere Fassung des Textes findet sich im Magazin WIR (<a href="http://wir-menschen-im-wandel.de" target="_blank">wir-menschen-im-wandel.de</a>)</em></p>
<p>Jedes Kind ist hochbegabt. Jedes Neugeborene, das das Licht der Welt erblickt, ist genetisch mit einem Gehirn ausgestattet, das mehr Nervenzellen und mehr Vernetzungen aufbaut als tatsächlich gebraucht werden. </p>
<p>Gerald Hüther muss es wissen. Er ist renommierter Hirnforscher aus dem deutschen Göttingen und tritt für eine neue Kultur des Denkens ein. </p>
<p>Das schier grenzenlose Potenzial an Möglichkeiten ist für Hüther die Voraussetzung dafür, dass Kinder sich auf ganz unterschiedliche Weise entwickeln können – je nachdem, in welchem Umfeld sie aufwachsen und auf welche Weise sie von ihren Eltern geprägt werden. Deswegen ist es möglich, dass bei gleichen genetisch-physiologischen Voraussetzungen ein Inuitkind in Grönland ganz andere geistige Fertigkeiten entwickelt und ein anderes Gehirn bekommt als ein Indianerjunge im Amazonasdelta. „Das allein zeigt, wie absurd die These von der genetischen Determiniertheit des Menschen ist“, unterstreicht er. Wenn das stimmt, dann ist der Mensch – wenn überhaupt – zur Freiheit bestimmt; zur Freiheit, sich nach Maßgabe der jeweiligen Umgebung auf deren jeweilige Erfordernisse einzustellen.</p>
<p>Das geschieht aber anders, als wir uns das vorstellen. Das ist Hüther wichtig: Die Prägung durch die Umwelt vollzieht sich nicht unmittelbar, sondern über den Umweg der Bedeutung. Wer heranwächst, erklärt er, macht die Entdeckung, dass es in dieser gigantischen Flut von Eindrücken, die auf ihn einwirken, einiges gibt, das wichtig ist, „das für ihn, in seiner Welt, subjektiv, bedeutsam ist; was für den kleinen Amazonasindianer naturgemäß ganz etwas anderes ist als für den kleinen Inuit. Das Bedeutsame“, so Hüther weiter, „geht unter die Haut. Man hat dann nicht nur etwas gelernt, sondern man hat eine eigene Erfahrung gemacht. Und dabei werden eben nicht nur kognitive, sondern auch emotionale Bereiche im Gehirn aktiviert.“ Das heißt: „Immer dann, wenn man eine wichtige Erfahrung macht, wird diese viel tiefer verankert als jeder andere vorübergehende Eindruck oder ein nach Lehrplan eingepaukter ,Lerngegenstand’.“</p>
<p>Man kann nur dann nachhaltig etwas im Gehirn verankern, wenn man sich dafür begeistert. Dann, so Hüther, passiert etwas in unserem Gehirn: Die emotionalen Zentren werden aktiviert, neuroplastische Botenstoffe werden ausgesandt, die „wie Dünger“ die dabei aktivierten neuronalen Netzwerke im Gehirn stärken und festigen. Das ist der Grund dafür, dass man immer dann leicht lernt und zur Meisterschaft heranwächst, wenn man von etwas begeistert und emotional berührt ist. Und das ist auch die Erklärung dafür, warum man mit Fug und Recht sagen kann, dass wir uns unser Gehirn selbst programmieren – nach Maßgabe dessen, was wir als bedeutsam und wichtig erleben.</p>
<p>Wir sind zur Kreativität geboren. Unser Gehirn gestaltet sich selbst – und zwar nach Maßgabe dessen, was unter die Haut geht, wofür unser Herz schlägt. Und es folgt dabei zwei – wenn man so will &#8211; fundamentalen Erfahrungen, die wir schon vor unserer Geburt gemacht haben und fortan unserem Entwicklungsstreben die Richtung geben: „Verbundenheit und Freiheit – Freiheit verstanden als das Streben nach Aufgaben, an denen man wachsen kann, Kompetenzerwerb, Autonomie. Darum, sagt Gerald Hüther, geht es uns ein Leben lang: Wir wollen gleichzeitig verbunden sein, aber auch wachsen, autonom und frei werden. Und weil sich beides vordergründig widerspricht, geht es uns allem voran darum, ein gutes Gleichgewicht zwischen diesen beiden großen Prinzipien des Lebens zu verwirklichen; was, wie er freimütig eingesteht, zuweilen wie die Quadratur des Kreises erscheint. Doch gerade das begeistert Gerald Hüther: „Wenn Dinge unvereinbar scheinen – wenn wir sowohl das eine als auch das andere wollen –, dann ist das die Sternstunde für unsere eigene Weiterentwicklung. Dann ist das ein Festtag fürs Gehirn. Nichts nährt es so sehr wie ein Dilemma.“ </p>
<p>Wobei ihm wichtig ist, Dilemma nicht mit Krise zu verwechseln. Krisen lassen sich lösen, indem man eine verloren gegangene Balance wiederherstellt, indem man mehr vom Alten auf die eine oder andere Seite packt. Einem Dilemma hingegen kommt man so nicht bei. Die Lösung für ein Dilemma heißt deshalb auch nicht Reform, sondern Transformation.</p>
<p>Gerlad Hüther erlaubt es sich, nicht nur der wissenschaftlich-empirischen Frage „Was sind wir?“ nachzugehen, sondern auch laut darüber nachzudenken, was wir sein könnten. Und wie wir dazu kommen, unser Potenzial zu entfalten; oder was uns daran hindert: ungünstige Erfahrungen, die Menschen allzu oft und meist schon als Kinder machen müssen. „Wir werden nur zu denen, die wir sein könnten, wenn nicht ständig jemand an uns rummacht; weil er uns nach einem bestimmten Bild oder Ideal formen möchte“, erklärt er – nicht ohne zu erwähnen, dass Letzteres in unseren Schulen leider noch allzu oft geschieht. Mit einer unausweichlichen Folge: „Wenn ein Kind nicht mehr das Gefühl hat, so wie es ist, richtig zu sein, dann verliert es sein Gefühl der Verbundenheit. Und es verliert auch das Gefühl, seinem Bedürfnis nach Freiheit und Kreativität nachgehen zu dürfen. Wenn das geschieht“, sagt er, „erlebt das Kind Stress. Es schaltet um auf den Modus: ‚Ich habe ein Problem.‘ Und nun braucht dieses Problem alle Aufmerksamkeit. In so einer Situation kann man nicht mehr lernen, nicht mehr spielen, nicht mehr kreativ sein. Dann leidet man. Und im Gehirn werden dieselben Netzwerke aktiviert, die auch dann eingeschaltet werden, wenn einem körperliche Schmerzen zugefügt werden.“ Das Leben wird dann eng und schwer. </p>
<p>Aber es kommt noch schlimmer. Denn in ihrer Not suchen sich auf diese Weise bedürftige und leidende Menschen irgendwelche Ersatzbefriedigungen: Essen, Karriere machen, andere bekämpfen. Mit üblen Folgen, weil nun, so erläutert er, die kleinen Triumphe im Kampf gegen die Konkurrenten als bedeutend erlebt werden und das Begeisterungszentrum aktivieren. Das Hirn schüttet Glückshormone aus, wir freuen uns und wollen so etwas wiederhaben. Was zur Folge hat, dass man immer erfolgreicher in der Kunst der Ersatzbefriedigungen wird – obwohl man in Wahrheit nur immer tiefer in den Sog der Unverbundenheit und Unfreiheit gezogen wird: Man wird verbissen, verliert seine Offenheit, Neugier, Beziehungsfähigkeit. Das Denken und Fühlen wird flach, eindimensional, unempfindlich. Offenheit, Entdeckerfreude und Gestaltungslust sind dann verschwunden.</p>
<p>In manchen Schulen werden Hüthers Anregungen bereits konkret. Etwa in Berlin-Mitte. In der dortigen evangelischen Gesamtschule geht Schule anders. Dort wird nicht ein Lehrplan durchgepaukt, sondern dort fragt die Lehrerin ihre Schüler: „Was würdet ihr eigentlich gern lernen?“ – Die Antwort der Schüler ist meistens dieselbe: „Wir wollen etwas dafür tun, dass diese Welt besser wird.“ Und dann überlegen Schüler und Lehrer gemeinsam, was man tun kann. Und was man dafür wissen muss. Daraus entsteht dann ein Curriculum, das die jungen Leute selbst geschaffen haben – was eine ganz andere Lust am Lernen freisetzt. „So entsteht Begeisterung“, schließt Hüther sein Beispiel und setzt noch eins drauf, indem er sagt: „Und geteilte Begeisterung stiftet Gemeinschaft.“</p>
<p>Bücher von Gerald Hüther: „Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn“, „Die Evolution der Liebe“ (beide Vandenhoeck &#038; Ruprecht) und zuletzt „Was wir sind und was wir sein könnten“ (S. Fischer Verlag). Mehr unter <a href="http://www.gerald-huether.de" target="_blank">www.gerald-huether.de</a>.</p>
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		<title>Corporate Hofnarr</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Mar 2012 08:50:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Titel 2]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Humor-Botschafter Roman Szeliga bringt Humor in’s Berufsleben. Humor als Management-Tool funktioniert aber nur<br />
im Beisein von Authentizität, Wahrnehmung und Wertschätzung.</p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href='http://www.wirks.at/wp-content/uploads/2012/03/corporate-hofnarr.pdf'>Der Artikel ist auch als druckfreundliches PDF erhältlich</a></em><br />
<em>Humor-Botschafter Roman Szeliga will Humor in’s Berufsleben bringen.<br />
Humor als Management-Tool funktioniert aber nur im Beisein von Authentizität,<br />
Wahrnehmung und Wertschätzung.</em></p>
<p>„Es gibt schon Phasen, wo ich mir denke: Die Woche nimmt einfach kein Ende. Und jetzt ist Montag. Aber ich versuche immer das zu sehen, was mich zum Schmunzeln bringt. Die Energie, die dann entsteht, ist eine andere. Jeder Mensch denkt zuerst an sich. Und dann an sich. Und erst dann an sich. Wenn man ausreichend an sich gedacht hat und es einem gut geht, kann man Energie weitergeben.“ </p>
<p>Und Roman Szeliga ist einer, der weitergibt. Als „Excellent Speaker“, Kabarettist, Leiter der Eventagentur Happy &#038; Ness und jüngst auch als Buchautor. Der Titel des Buches verrät seine Profession: „Erst der Spaß und dann das Vergnügen“. Szeliga ist Botschafter des Humors und diesen Sendungsauftrag nimmt er bitter ernst.</p>
<p>„Ich bin ich“, und anders könne er seine Vorträge gar nicht machen. Er gibt sich auf der Bühne her. So wie er ist, mit seinem Füllhorn an positiven Gedanken. „Jeder Vortrag ist für mich: wow. Und wenn das nicht mehr ist, mache ich das nicht mehr.“ Für ihn wäre es das Schlimmste, würde jemand annehmen, er ziehe auf der Bühne nur eine Feel good-Show ab oder er mache jetzt das „Seminar Humor, Teil 3“.</p>
<p>Szeliga hält tatsächlich Humor-Seminare ab. Für Firmen! Es ist ihm ein Anliegen, Humor dorthin zu bringen, wo er nicht vermutet wird, und eben deshalb höchst notwendig ist. „Führungskräfte haben Angst, gute Laune zu verbreiten, weil sie fürchten, dadurch ihre Kompetenz zu verlieren.“</p>
<p>Wenn man Humor ehrlich und authentisch lebt &#8211; und nicht weil’s ein neues Management Tool ist -, dann hat eine Firma gerade jetzt ein enormes Potenzial und stärke ihre Resilienz. Aber wie kommt Humor in ein Unternehmen? „Wenn er von der Führungsebene vorgelebt wird. Wenn klar kommuniziert wird: hier wird hart gearbeitet, aber ich bin ein Mensch. Ich sage euch meine Fehler. Fehler zuzugeben ist der erste Schritt zu Humor, denn wir lachen gerne über Fehler. Die hohe Kunst ist, über eigene Fehler zu lachen. Solange der Chef am Büro vorbei geht und denkt: „Die lachen ja schon wieder. Wie kann man in Zeiten wie diesen nur lachen?“, wird es nicht funktionieren. Er muss gewissermaßen eine Humorfreigabe erlassen.“</p>
<p>Wie zum Beispiel in einer österreichischen Firma, wo just der schäbigste Besprechungsraum mit viel unangenehmer Energie zum „Humorraum“ befördert wurde. Dort befindet sich nun ein Humorbuch, wo die Leute Anekdoten und Witze hinterlassen. Die lustigste Geschichte des Monats liegt auf. Wenn die Leute grantig sind, gehen sie heute bewusst in diesen Raum. Soferne er verfügbar ist, denn der vormals brach liegende Raum ist heute gut gebuchter Ort für Besprechungen. Umgekehrt soll es auch schon vorgekommen sein, dass grimmige Besprechungsteilnehmer des Raums verwiesen wurden, weil dieser Raum der Befruchtung dienen solle.</p>
<p>Eine britische Luftfahrlinie wiederum hat einen Corporate Hofnarr installiert, einen Vermittler zwischen Betriebsrat und Chefetage. Der Hofnarr hat im Vorfeld die Spitzen mancher Aussagen und Absichten geglättet und hat Botschaften in typisch britischem Humor von einer Seite zur anderen getragen. Mit dem Effekt, dass Lösungen schneller und friktionsfreier möglich geworden sind. Persönlichen Attacken wurde die Schärfe genommen, ein Hauch von Leichtigkeit ist in den Berufsalltag gekommen. </p>
<p>Ein großer Pharmakonzern hatte einen toughen Chef mit durchaus unernsten Einfällen. An einem heißen Sommertag ist er in der Firma als Eisverkäufer herumgegangen und hat Eis verteilt. Bei einem Ideen-Wettbewerb gab es eine Prämie von 1.000 Euro. Und dem Gewinner würde er im Firmenhof noch zusätzlich das Auto waschen. Was er auch gemacht hat. Er war Chef und doch ein Mensch und ist gerade darum ernst genommen worden.</p>
<p>Aber Humor, so Szeliga, funktioniert nur durch Wahrnehmung und Wertschätzung. Fehlt das, wird Humor zur Waffe und purem Zynismus. Szeliga erzählt, wie in der Pause eines Vortrags ein deutscher Manager zu ihm kommt und sagt: „Wissen Sie was, junger Mann, ich hab auch so nen Gag. Wenn ich jemanden freisetze, sage ich: Herr Müller, es wird schwierig ohne Sie, aber wir wollen es zumindest versuchen.“ Da gefriert das Blut in den Adern. „Wollen Sie selbst so gekündigt werden?“, fragte der Humor-Botschafter, ganz ohne Lächeln diesmal, zurück.</p>
<p>Es muss ja nicht gleich Humor sein, ein Sinn für Wahrnehmung und Wertschätzung alleine wären schon ein feiner Anfang. Lob und Kompliment werden ja meist pauschal bei der Weihnachtsfeier verabreicht. Ich danke allen für die tolle Leistung, blabla &#8230;! Szeliga rät, das zu zerlegen in Einzellob, das spontan und anlassbezogen kommt. Frau Meierhofer, das was sie gestern gemacht haben, war toll. Es muss ehrlich individuell, spontan sein. Nicht inflationär. „Es geht nicht, wenn man sagt: Montag ist mein Lob-Tag.“ Szeligas Nachricht an ManagerInnen: du darfst jemandem sagen, dass er gut ist. Und er setzt nach: „Wenn man jemanden nicht wertschätzt, soll man den Kontakt bleiben lassen.“</p>
<p>Schade, dass Wertschätzung und Humor und wohl auch andere Qualitäten der Mitmenschlichkeit aus Angst nicht zugelassen werden. Aber manchmal bricht das Eis der Verhärtung. „Seien Sie mir nicht, böse, ich bin Vorstandsdirektor eines Technologieunternehmens!“, wurde Szeliga bei der Planung eines Firmenevents entgegengeschmettert. Die thailändischen Neujahrsballons, von einer Kerze zum Fliegen gebracht, stiegen dann trotzdem. Und der Konzernchef hatte Tränen in den Augen. „Ist das schön!“, flüsterte er ein um’s andere Mal. </p>
<p>Die großen Manager haben so sehr Angst davor, kindisch zu sein. Dabei haben wir doch für Kinder volle Sympathie. „Wenn dich ein kleines Kind anstrahlt und lächelt von einem Ohr zum anderen, wer sagt dann: grins nicht so blöd! &#8211; Das bekommt niemand hin.“ (Szeliga)</p>
<p>Vielleicht sollten wir von Kindern und auch von uns selbst als Eltern lernen. Szeliga: „Wenn ein Kind kommt und sagt: Schau Papa, da habe ich dich gemalt. Und man sieht einen Riesenkopf, unterschiedlich goße Augen, da hängt irgendwo etwas herunter. Dann sagt der Papa sagt: Schön! Und das hast du ganz alleine gemacht? Eigentlich ist das gelogen. Man müsste sagen: So ein Schmarrn. Das sieht mir gar nicht ähnlich. Andere 4-jährige können das besser. Marsch zurück auf’s Zimmer. Noch einmal! Aber schau: wir loben für fehlerhafte Leistung! Es geht darum, das Kindliche zu bewahren.“</p>
<p>Dr. Roman Szeliga</p>
<p>•	Facharzt für Innere Medizin<br />
•	Mitbegründer des Vereins „CliniClowns“<br />
	(Ärzte des Lachens)<br />
•	Österreichischer Staatsmeister der<br />
	Zauberkunst<br />
•	Health Care Director – Johnson &#038; Johnson<br />
	Medical Austria<br />
•	Geschäftsführer der Kommunikations-<br />
	agentur “Happy&#038;Ness”<br />
•	Keynote-Speaker und Business-Trainer<br />
	unter den Top100 Referenten bei Speakers<br />
	Exellence<br />
•	Lehrbeauftragter an der Steinbeis-<br />
	hochschule Berlin, Institut: STI Professional<br />
	Speaker GSA</p>
<p><a href="http://roman-szeliga.com" target="_blank">http://roman-szeliga.com</a><br />
Tel: +43/664/3827401<br />
<a href="mailto:management@roman-szeliga.com">management@roman-szeliga.com</a></p>
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		<title>Projekt ICH – eine Spurensuche</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Mar 2012 08:50:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>„Wenn der Pöbel aller Sorte tanzet um die goldnen Kälber, halte fest:<br />
Du hast vom Leben doch am Ende nur dich selber.“ - Theodor Storm<br />
Text von Manfred Greisinger</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href='http://www.wirks.at/wp-content/uploads/2012/03/Projekt-ICH-Greisinger.pdf'>Der Artikel ist auch als druckfreundliches PDF erhältlich</a></em><br />
<em>„Wenn der Pöbel aller Sorte tanzet um die goldnen Kälber,  halte fest: Du hast vom Leben doch am Ende nur dich selber.“ &#8211; Theodor Storm<br />
Text von Manfred Greisinger</em></p>
<p>Whitney Houston – „zerbrach an ihrem ICH“… „Selbstzerstörung“ wie bei Amy Winehouse… Und Michael Jackson… Und Falco… und … &#8211; Dabei hatten jene Berühmten, Schönen, Erfolgreichen doch alles, was man sich so wünscht, oder? </p>
<p>Fatal wird´s, wenn die Suche nach persönlicher Anerkennung zur Sucht wird – die eine/n alles tun lässt, um berühmt und noch berühmter zu werden. „Applaus ist Kokain für die Seele“, meint der deutsche Psychiater Borwin Bandelow.<br />
Mit sICH drogenfrei leben zu können, egal ob im Scheinwerfer- oder Kerzenlicht, scheint damit DIE zentrale Aufgabe unseres irdischen Daseins zu sein! Pablo Picasso meinte. „Die größte Herausforderung des Lebens ist die Arbeit am eigenen ICH.“</p>
<p>„Wer bin ich“ &#038; „was kann ich“ sind wesentlichere Fragen als „wer will ich sein?!“ Letztere Ausrichtung verführt nur zu Worthülsen, Leerphrasen und Imagewolken. Jeder ernstzunehmende Markenprozess muss mit einer ehrlichen Reflexionsphase beginnen. Authentische Identitätsfindung, mit dem Ziel: „Wir wollen kein anderer sein, sondern wir müssen versuchen, einfach viel mehr wir selber zu sein!“ – Das ist der Zugang, den eine „wertorientierte ICH-Marken-Führung“ braucht.  </p>
<p>Das Glück im eigenen Werk</p>
<p>Lass` die anderen anders sein &#8211; mach´ das DEINE, in aller MARKanz  und damit das Beste für alle!  &#8211; Das eigene ICH als „Marke“ zu betrachten, liefert meiner Überzeugung nach wertvolle Fragen, die zum Kern unseres Selbst führen:<br />
-	wofür stehen Sie?<br />
-	was ist Ihre MARKante<br />
	Lebensbotschaft?<br />
-	womit wollen Sie in Verbindung<br />
	gebracht werden?<br />
-	was ist Ihnen wertvoll?<br />
-	wofür engagieren Sie sich?<br />
-	wodurch grenzen Sie sich ab?<br />
-	was macht Sie unverwechselbar?<br />
-	was sind Ihre einzigartigen Benefits<br />
	für Ihre Mitwelt? …</p>
<p>Wenn es eine Lebenserkenntnis meiner ersten &#8211; knapp &#8211; fünf Lebens-Jahrzehnte gibt, dann diese: Wie weit ich auch gehe, was auch immer ich tu’ und glaube, da draußen erforschen zu müssen, die Antworten finde ich letztlich zu Haus´… IN MIR… </p>
<p>„Ich will nicht das Glück, sondern nur mein Werk“, meinte Nietzsche. Und ich verstehe diesen wundervollen Satz als Aufforderung, das zu tun, was mir vom Grunde meines Herzens, als innerer Antrieb, geboten erscheint. So einfach – so unendlich schwer! Denn die Ablenkungen sind massiv, manipulativ, subtil. Auf allen Kanälen wird auf uns eingetrommelt, was es alles zu tun, zu studieren, zu kaufen gibt, um dem Glück näher zu kommen. Was alles an uns selbst zu verändern wäre, von Zahnregulierungen bis zur Fettabsaugung, von Benimm-Dich- bis Medien-Coaching, um endlich, endlich doch ein bisserl erfolgreich zu sein…</p>
<p>Ich hab´ gelernt, „erfolgreich“ mit drei Großbuchstaben zu schreiben: erfolgreICH. Denn der Erfolg liegt einzig und allein in Ihnen. SIE bestimmen die Erfolgskriterien – oder Sie lassen jene von anderen festlegen: von der Werbung, von Nachbarn, vom Partner… Fortan rennen Sie diesen hinterher. Bis zum erlösenden Exitus; ohne jemals das IHRE gelebt zu haben. Die Jagd nach dem Glück, nach dem Erfolg, nach dem Wesentlichen ist aussichtslos, wenn wir die Zielscheibe VOR uns positionieren; denn was an Werten anzuvisieren und anzustreben ist, liegt IN UNS. </p>
<p>WesentlICH &#038; glücklICH-machend dürfte nur die Konzentration auf´s eigene Schaffen sein. Die Überlegung bleibt keinem erspart, ob er/sie den Sinn des Daseins im Verkaufen von Botoxpräparaten, Spielautomaten oder Pelzmänteln sieht. Ich bin der Überzeugung: Ihr wie mein Lebensauftrag lautet, das Beste aus uns herauszuholen, zu entwickeln und zu entfalten. Und das alles auch noch mit Lebensfreude, aus einer heiteren Seele – hin zu einem MARKanten, SELBSTgesteuerten, EIGENverantwortlichen LEBEN! </p>
<p>Echtheit gegen Eitelkeit</p>
<p>Es ist nicht leicht, unser ICH zu finden. Die Suche dauert (mindestens) ein Leben. Wir tragen’s ständig mit uns herum, doch es zeigt sich nur in ausgewählten Momenten und nur ebensolchen Menschen. Unser EGO ist viel schneller; es prescht hervor, wo und wann immer es kann. Es drängt sich in den Vordergrund; macht sich wichtig, sucht seinen Vorteil. Das EGO ist die oberflächliche, zickige Ausgabe des ICH: besitzergreifend, eifersüchtig, schmollend, kleinlich, aber auch käuflich. Das EGO lässt sich blenden, das ICH nie &#8230;<br />
Was sehen Sie, wenn Sie einen Blick in den Spiegel riskieren? Zunächst posiert Ihr EGO. Schön haben Sie „es“ gemacht: gewaschen, rasiert, parfumiert, weibliche EGOs erhalten eine Extraportion Rouge, Lidschatten und Lippenstift; denn weibliche EGOs wollen den anderen EGOs doch gefallen; nein: sie wollen andere übertrumpfen &#8230;; das ICH lässt diese Zeremonien apathisch über sich ergehen; gerne möchte es das EGO am Zipfel packen, um ihm den Weg hinter die Oberfläche zu weisen. Doch das EGO genießt schon die Öffentlichkeit, erste Komplimente treffen ein, das EGO ist befriedigt &#8230;</p>
<p>Überlegen Sie, wieviel Sie tagtäglich für Ihr stets forderndes EGO tun &#8211; und wie wenig für Ihr stilles, unaufdringliches ICH. Das EGO wird in teuerste Roben gehüllt, darf im gewaschenen Boliden herumfahren, wird in ultracoole All-inclusive-Ferienclubs geschickt, lernt scharfe Blondinchen und weltgewandte Herren kennen, lässt sich von geschniegelten, coolen Sirs (Ladies?) einladen, nippt an teuersten Weinen, diniert im Hauben-Intreff,  trainiert im Fitness-Center, und kriegt auch noch eine Ehrennadel für zwanzigjährige Betriebszugehörigkeit&#8230;</p>
<p>Das ICH lässt sich von all dem nicht im Geringsten beeindrucken. Es will immer nur wissen, was dahinter steckt, welcher Sinn darin verborgen liegt&#8230; Ihr ICH fühlt sich in T-Shirt und Schlabberhose am wohlsten, trinkt Apfelsaft mit Leitungswasser gespritzt, genießt Hausmannskost, das Lächeln eines ehrlichen Menschen, tiefe Gespräche, liebt die Natur, Vogelgezwitscher, Sonnenaufgang &#8211; wenn damit auch das Bewusst-sein „aufgeht“&#8230;</p>
<p>Das ICH-Bewusstsein mache die Würde des Menschen aus, betont Penny McLean: „Ich BIN durch meine Entscheidung &#8211; und entkomme dem Marionettendasein!“ &#8211; Sind Sie Ihrem ICH bereits nahe?</p>
<p>Dr. Manfred Greisinger, geb. 1964 in Allentsteig im Waldviertel. ICH-Marken-Pionier und Schöpfer der „wertorientierten, persönlichen Öffentlichkeitsarbeit“ = Pure Relations, Universitätslektor &#038; FH-Lektor für Personal Branding, Keynote-Speaker und Seminarleiter, PR- und Selfness Coach, Wort-Sammler, Schreib-Abenteurer und Buchautor von<br />
20 BestSEELern, die in seiner Edition Stoareich erschienen sind. </p>
<p>Aktueller Buchtitel: „Innere FührungsKRAFT – mit Eros zur ICH-Marke“ (Edition Stoareich)  22 Euro &#8211; im Buchhandel erhältich oder online zu bestellen:<br />
<a href="http://www.stoareich.at" target="_blank">www.stoareich.at</a><br />
<a href="http://www.ich-marke.com" target="_blank">www.ich-marke.com</a><br />
<a href="http://www.eros-of-life.com" target="_blank">www.eros-of-life.com</a><br />
Das „Innere Führungs-Buch-Paket“:<br />
„all ent steig – Hingabetraining“<br />
„all ein steig – Mut zur eigenen Lebensspur“<br />
„Innere Führungskraft – mit Eros zur ICH-Marke“</p>
<p><strong>Statt 2 x 16,50 Euro + 22 Euro für<br />
wirks-LeserInnen um 50 Euro inkl. Versandspesen.<br />
<a href="http://www.stoareich.at" target="_blank">www.stoareich.at</a><br />
oder Tel/fax: 02824/2343</strong></p>
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		<title>Zwei Jahre zu Fuß</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Mar 2012 08:49:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ein Wanderleben ist vielleicht kein massentauglicher Lebensstil. Doch eine Zeit auf Wanderschaft kann Wunder wirken,<br />
weil sie einen näher an die eigenen existenziellen Grenzen bringt. Reinhold Richtsfeld über seine zweijährige<br />
Wanderung zu sich selbst</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href='http://www.wirks.at/wp-content/uploads/2012/03/Zwei-Jahre-zu-Fuss.pdf'>Der Artikel ist auch als druckfreundliches PDF erhältlich</a></em><br />
<em>Ein Wanderleben ist vielleicht kein massentauglicher Lebensstil. Doch eine Zeit auf Wanderschaft kann Wunder wirken, weil sie einen näher an die eigenen<br />
existenziellen Grenzen bringt. Reinhold Richtsfeld über seine zweijährige Wanderung zu sich selbst<br />
</em><br />
Zuerst sehe ich es nur als Strich, doch es kommt immer näher. Kurz vor Cee erscheint es plötzlich in voller Pracht: das Meer! Ergriffen setze ich mich an eine Steinmauer und genieße das Panorama auf die Bucht in der Ferne. Dann packt mich eine reißende Welle der Euphorie und trägt mich vorwärts auf den letzten Kilometern des Jakobswegs bis zum Kap Finisterre, dem Ende der alten Welt. Mein Herz jubelt vor Freude und Begeisterung und ein Wasserfall an Energie und Inspiration strömt auf mich ein. Dieses Hochgefühl sprengt meine bisherige Glücksskala. Alles ist perfekt und stimmig, ich bin im absoluten Einklang mit der Welt. Zum Abschluss des Weges verbrennen wir nach alter Pilgertradition zeremoniell einige Dinge, nehmen ein Bad im Meer und genießen den Sonnenuntergang am Strand. Es ist wie in einem Traum.</p>
<p>Wege zum Glück</p>
<p>Oft bin ich während meiner zweijährigen Wanderschaft gefragt worden, warum ich zu Fuß gehe. Schon ein einziger Moment wie jener Tag am Meer würde alle Mühe wettmachen, doch es gibt noch viele andere Gründe: Weil ich gerne auf Reisen bin, ich die Grenzen eines einfachen und ökologischen Lebens ausloten möchte. Weil mich das Abenteuer reizt, mich meine innere Stimme dazu gerufen hat. Weil ich über die Welt und ihre Menschen lernen möchte. Alles gute Gründe, doch der einfachste ist: Weil es mich glücklich macht. Ist das nicht Grund genug? Als ich das einmal in einem Zeitungsinterview erwähnte, schrieb mir jemand: „Macht denn ein Leben nur für sich ohne Verantwortung für Andere wirklich glücklich?“ Mir ist klar, dass das Wanderleben kein massentauglicher Lebensstil ist. Dauerhaft unterwegs zu sein reicht auch mir nicht als Lebenssinn. Wer hat nicht den Wunsch, dem Leben etwas Sinn abzugewinnen und sich positiv in die Gemeinschaft einzubringen? Und doch kann eine Zeit auf Wanderschaft Wunder wirken, weil sie einen näher an die eigenen existenziellen Grenzen bringt.</p>
<p>Wissen wer wir sind</p>
<p>Das Pilgern und Initiationsreisen gibt es in vielen Kulturen der Welt. Ihr Zweck ist es, Menschen dabei zu unterstützen, unweigerliche Veränderungsprozesse im Leben zu bewältigen. Während des Rituals wird das sterbende Alte symbolisch losgelassen und Raum für das keimende Neue geschaffen. Die Reisenden stoßen an die Grenzen ihrer bisherigen Erfahrungswelt, überwinden alle Hürden und Gefahren, indem sie lernen, auf ihr Herz und ihre innere Stimme zu hören, und kehren schließlich geläutert in die Heimat zurück. Sie sind sich selbst oder Gott nähergekommen und wissen nun wieder wer sie sind. Auf Wanderschaft habe ich all das und viel mehr erlebt. Am eindrücklichsten in Marokko. </p>
<p>Inschallah </p>
<p>„Wohin gehst du?“, rufen mir ein paar von Kopf bis Fuß verhüllte Männer, die neben der Straße vor ihrem Jeep-Verleih sitzen, zu. Der Flair der südmarokkanischen Wüstenstadt M´hamid fesselt mich: staubige und schlecht asphaltierte Straßen, bevölkert von alten Taxis und Mopeds, von Eseln und Fuhrwerken, sowie buntem Wüstenvolk in verschiedensten traditionellen Gewändern. Es ist Nebensaison, die Kunden sind rar, und die Männer hoffen, dass ich mich zu einer Offroad-Tour in die Wüste hinreißen lasse. Aber ich winke ab, spüre die Abenteuerlust in mir aufflammen und rufe vor Übermut lachend: „Ich gehe nach Tanger!“</p>
<p>Zum unnachahmlichen Gefühl des Aufbruchs mischt sich die Angst vor dem Unbekannten. Am Stadtrand halte ich inne, lasse den heißen Sand durch meine Finger rieseln und spreche ein lautes Gebet. Es sind Worte der Demut, die aus tiefstem Herzen kommen. Mehr als 1000 Kilometer liegen vor mir, ein neuer Kontinent, ein neues Land, eine neue Kultur. Geht das überhaupt, Marokko zu Fuß? Viele offene Fragen, doch ich weiß, dass ich es nur schaffen kann, wenn ich mich dem Leben anvertraue. „Inschallah“, heißt es hier: „so Gott will.“ </p>
<p>Das Netz des Lebens</p>
<p>Die Wanderung durch Marokko wird eine tiefgreifende Lektion in Demut und Dankbarkeit. Die ausgedehnte Stille der Wüste und der anmutige Zauber des Atlasgebirges zeigen mir wie klein und abhängig ich als Mensch bin. Ich erkenne, dass ich es nicht in der Hand habe, ob ich ans Ziel komme oder nicht. Ich bin angewiesen auf das Wasser der Berge, auf die Menschen, die mir wohlwollend den Weg zeigen oder Lebensmittel verkaufen. All das ist nicht selbstverständlich, was mir Tag für Tag klarer wird. Erst recht nicht das wunderbare Geschenk der Gastfreundschaft, das mir bei unzähligen Einladungen zuteil wird. Das Einzige was ich selbst zum Gelingen meiner Reise beitragen kann, ist einfach der zu sein, der ich bin und offenen Herzens durch den Tag zu gehen. „Demut bedeutet nicht, dass man verkennt, was man ist, sondern erkennt und anerkennt, was man alles nicht ist“, schreibt der französische Philosoph André Comte-Sponville. Ich weiß jetzt, dass ich nur ein winziger Teil des großen Netz des Lebens bin, und dennoch so unentbehrlich wie alle anderen Teile.</p>
<p>Es ist alles da</p>
<p>Auf meiner Wanderschaft hab ich gelernt, dass das Leben dort am lebendigsten wird, wo es offen,  ambivalent, und der Ausgang völlig ungewiss ist. Genau dann wird es richtig interessant. Im Probieren steckt zwar Unsicherheit, aber sie ist von entscheidender Bedeutung, denn die Kreativität des Lebens kommt erst dann zur Blüte. „You miss 100% of the shots you never take“, sagte der kanadische Eishockey-Spieler Wayne Gretzky treffend. Was es braucht, ist der Mut, Gewohnheiten zu durchbrechen und Veränderungen zuzulassen. Viele Menschen spüren, dass ihre Lebensweise nicht mehr mit ihren inneren Werten übereinstimmt. Doch woran sollen wir uns in dieser Zeit des Wandels orientieren? Ich bin überzeugt, dass es nützt, wenn wir wieder mehr auf unsere innere Stimme und unser Bauchgefühl hören, und auf die Weisheit unserer eigenen Erfahrungen vertrauen. Es gibt so viele Wahrheiten wie es Menschen gibt. Die wirklichen Erkenntnisse und Einsichten des Lebens lassen sich nicht aus Büchern gewinnen. Worte helfen, etwas zu verstehen, aber nur die erlebte Erfahrung lässt uns wissen. Das Potential ist in jedem Menschen angelegt, also schaffen wir uns doch konsequenter die Räume, um es zur Entfaltung zu bringen! Wenn wir dem Ruf des Herzens folgen, können wir nur auf dem richtigen Weg sein, um zu dem zu werden, was wir sind. </p>
<p>Mit großer Dankbarkeit trage ich den kostbaren Schatz der Erfahrungen von der Wanderschaft in mir. Ich kann noch immer spüren, wie die Sonne und das Salz auf meiner Haut brennen, wie der kalte Regen über mein Gesicht rinnt. Ich höre das nächtliche Flüstern des Windes, wie er sanft durch die Wipfel des Nadelwaldes streift, höre, wie die mächtigen Wellen an der felsigen Klippe empor wandern. Ich schmecke die erlösende Frische des kalten Schlucks Wassers, der die Heiserkeit des quälenden Durstes vertreibt. Ich sehe den glanzvollen Lichtstrahl, wie er in der ersten Stunde des Morgens die Welt zum Leben erweckt. Das sind Momente der Ekstase! Und ich spüre die wohlige Wärme einer Umarmung, wie sie alle Schwierigkeiten vergessen macht.</p>
<p>Alle wichtigen Dinge sind da. Ich höre einfach auf die Stimme des Herzens. Und dann weiß ich, wer ich bin.</p>
<p>Reinhold Richtsfeld, Mag. Dipl. Ing., Jahrgang 1977, studierte Elektrotechnik und Soziologie und ist seit 2008 Weltenwanderer, Autor und Vortragsreisender. War 7000km zu Fuß unterwegs auf der Suche nach zukunftsfähigen Lebensstilen. Im aktuellen Bildervortrag „Das Herz des Abenteuers“ berichtet der Wanderer von seiner intensiven Reise, die ihn durch Westeuropa, auf die Kanarischen Inseln bis nach Marokko und retour führte. Ein Vortrag voller Lebensfreude über Freiheit, Glück und Menschen mit Mut machenden Ideen und Lebensweisen. </p>
<p>Das Herz des Abenteuers –<br />
7000km zu Fuß<br />
Aktuelle Termine NÖ und Wien</p>
<p>Di, 17.4.2012, 19.30 Uhr, Weitra, Stadtsaal<br />
Mi, 18.4.2012, 19.30 Uhr, Allhartsberg, Allhartsberger Hof<br />
Di, 24.4.2012, 19.00 Uhr, Eisenstadt, Volksbildungswerk<br />
Mi, 25.4.2012, 19.30 Uhr, Wien, TU Wien &#8211; Freihaus Hörsaal 1, Großes Finale der Frühjahrstournee</p>
<p>Weitere Infos und Termine auf <a href="http://www.rytz.at" target="_blank">www.rytz.at</a></p>
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		<title>Fasten – Zeit für mein Ich</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Mar 2012 08:49:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Eine Woche nichts essen, nur Gemüsesäfte und Suppe. Und natürlich Tee, Tee, Tee. 250 kcal pro Tag.<br />
Warum sollte ich das machen? Weil es endlich einmal nur um mich geht!</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href='http://www.wirks.at/wp-content/uploads/2012/03/Fasten-Zeit-fuer-mein-ICH.pdf'>Der Artikel ist auch als druckfreundliches PDF erhältlich</a></em></p>
<p><em>Eine Woche nichts essen, nur Gemüsesäfte und Suppe. Und natürlich Tee, Tee, Tee. 250 kcal pro Tag. Warum sollte ich das machen? Weil es endlich einmal nur um mich geht!</em></p>
<p>„Fasten stillt den Hunger unserer Zeit“, sagt ein Sprichwort mit jahrtausendealter Gültigkeit. Der Hunger zu allen Zeiten in allen Kulturen war offenbar dergestalt, dass er oft nur durch Verzicht befriedigt werden konnte. Einfach loslassen! Eine Woche lang nicht essen widerstrebt einem Lebewesen, das sich permanent Energie in Form von Nahrung zuführen muss, um zu überleben. Essen ist existentiell. Nicht essen zu müssen, ist daher eine gewaltige Erfahrung. Und dann noch die große Überraschung: kein Hungergefühl! Manche Leute kommen beim Fasten in schiere Euphorie und beginnen jene armen MitbewohnerInnen auf diesem Planeten zu bedauern, die essen müssen.</p>
<p>Zugleich verschwinden die Speckringe um die Hüften, die Haut strafft sich, die Augen strahlen. Der Körper entgiftet. Diese gesundheitlichen und ästhetischen Aspekte sind aber zunehmend in den Hintergrund gerückt. Man fastet heute nicht, um abzunehmen. Man fastet, um zu sich zu kommen.</p>
<p>„Ich habe zwei kleine Kinder, die ein bisschen anstrengend sind“, sagt Tina. Sie zeigt mir Bilder der beiden. „Ich muss etwas in meinem Job ändern“, seufzt Rainer. Beide haben in ihrem Umfeld nicht gesagt, dass sie einfach einmal raus müssen. Sie haben nicht gesagt, dass sie die Schnauze voll haben. Sie haben nicht gesagt, dass sie sich einfach Zeit für sich brauchen. Sie haben gesagt, dass sie Fasten gehen. Aha, Fasten! Alles klar! Abnehmen, entgiften, wieder leistungsfähig werden! Ist okay!</p>
<p>Fasten scheint heute die einzig legitime Form für gesunde Menschen, sich eine Auszeit zu nehmen. Das Fastenprogramm kaschiert die wahre Absicht, sich endlich einmal aus dem Spiel nehmen zu wollen. Nicht auf Dauer, aber für diese eine Woche. Timeout eben, wie es in manchen Sportarten üblich ist. Warum kann man sich nicht einfach eine Auszeit nehmen? „Da kommt doch gleich die Egoismus-Keule“ (Tina). „Da wird man gefragt, ob man ein Burn-out hat“ (Rainer). </p>
<p>Wir in unseren Hamsterrädchen! Wenn man da einmal herausspringen und nicht mitlaufen möchte, wird man gleich aus dem Käfig verstoßen. Es braucht Mut, sich das Leben außerhalb des Käfigs anzuschauen.</p>
<p>Gemeinsam mit meiner Kollegin Aneta, einer „Kräuterhexe“ und Ernährungsspezialistin, halte ich selbst Fastenkurse ab. „Fasten, Philosophieren, Natur erspüren“, heißt unser Programm. Wir unterstützen ganz bewusst Körper, Geist und Seele. Wir helfen beim Loslassen und Zu-sich-Kommen. Wir ermuntern dazu, sich auch außerhalb des Fastenkurses Räume für sich Selbst zu schaffen. Weil das ICH nicht nur eine Woche im Jahr lebendig ist.</p>
<p>Fastenzeiten</p>
<p>Fasten, Philosophieren,<br />
Natur erspüren<br />
Sa. 31. 3. – Sa. 7. 4. 2012</p>
<p>Kloster Pernegg (Waldviertel)<br />
<a href="http://www.klosterpernegg.at" target="_blank">www.klosterpernegg.at</a><br />
Preis p.P.: 599,– (im DZ), 689,– (im EZ)</p>
<p>Genießen Sie eine Woche pures Loslassen. Körperlich, geistig, seelisch. Fasten reinigt den Körper, philosophische Impulse erfrischen den Geist und geben Kraft für neue Gedanken. Eine intensive Naturerfahrung stärkt die Seele. Sie brauchen keine Vorkenntnisse, bloß die Freude, sich selbst zu entdecken. Das Frühjahr ist die Zeit von Aufbruch und Inspiration. Diesem Thema werden wir uns daher besonders widmen.</p>
<p>Basenfasten mit Philosophie und Kräuterimpulsen<br />
Sa. 21. 4. – Sa. 28. 4. 2012</p>
<p>Kloster Pernegg (Waldviertel)<br />
<a href="http://www.klosterpernegg.at" target="_blank">www.klosterpernegg.at</a><br />
Preis p.P.: 599,– (im DZ), 689,– (im EZ)</p>
<p>Ausschließlich basische Kost stärkt Ihren Körper. Das Frühjahr ist die Zeit von Aufbruch und Inspiration. Diesem Thema werden wir uns daher besonders widmen.<br />
Fasten, Philosophieren,<br />
Natur erspüren<br />
Sa. 24. 11. – Sa. 1. 12. 2012</p>
<p>Kloster Pernegg (Waldviertel)<br />
<a href="http://www.klosterpernegg.at" target="_blank">www.klosterpernegg.at</a><br />
Preis p.P.: 599,– (im DZ), 689,– (im EZ)</p>
<p>Der Winter ist die Zeit des Loslassen und Innehaltens. Diesen Themen werden wir uns daher besonders widmen.</p>
<p>«RESET»<br />
Mo. 13. 8. – Mo. 20. 8. 2012</p>
<p>Hotel Retter (Steiermark)<br />
<a href="http://www.hotel.retter.at" target="_blank">www.hotel.retter.at</a><br />
Kursgebühr p.P.: 630,– Euro<br />
Zimmerpreise lt. Preisliste des Hotels Retter, zB.: BIO-Vollholz-Zimmer (EZ): 105,– Euro; Blüten-Blätter-Einzelzimmer (EZ): Eur 125,–</p>
<p>Eine exklusive Woche im bekannten BIO-Hotel Retter. Drücken Sie die Reset-Taste. Körperlich, geistig, seelisch. Holen Sie sich Impulse für das weitere Leben.</p>
<p>•	Ausschließlich basische Ernährung<br />
	(„Basenfasten“)<br />
•	Ausführliche Ernährungs-<br />
	Informationen<br />
•	Orientierung mit Hilfe des<br />
	Lebens-Kompass (Wo bin ich?<br />
	Wo möchte ich sein?)<br />
•	Philosophische Impulse<br />
•	Ihre Selbstvertrauens-Tankstelle<br />
•	Naturerfahrung</p>
<p>Die RESTE-Woche ist für mind. 10 und max. 16 Personen ausgerichtet</p>
<p>Informationen für alle Angebote<br />
erhalten Sie, wenn Sie ein Mail an <a href="mailto:fasten@koisser.at">fasten@koisser.at</a> schicken oder<br />
anrufen: 0699 1 7107707</p>
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		<title>Wenn Firmen fasten</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Mar 2012 08:49:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Die umfassend reinigende Wirkung des Fastens beginnt nun auch UnternehmerInnen zu interessieren.<br />
Fasten – ein neues Managementtool?</p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href='http://www.wirks.at/wp-content/uploads/2012/03/Firmenfasten.pdf'>Der Artikel ist auch als druckfreundliches PDF erhältlich</a></em></p>
<p><em>Die umfassend reinigende Wirkung des Fastens beginnt nun auch UnternehmerInnen zu interessieren. Fasten – ein neues Managementtool?<br />
Text von Harald Koisser</em></p>
<p>Michael war begeistert. Er war eine Woche im Kloster Pernegg auf einem Fastenkurs, den ich leiten durfte. Wir haben meditiert, es gab philosophische Impulse zur Hinterfragung des Lebensstils und eine intensive Naturerfahrung. Körper, Geist und Seele waren in Bewegung. Alten Denkmustern und Verhaltensweisen wurde die Chance geboten, aufzubrechen und sich zu verabschieden. Am letzten Tag des Kurses nahm mich Michael zur Seite: „Das brauche ich für mein Unternehmen!“ Er will mit seinen Führungskräften kommen, um einen Change-Prozess in seiner Firma durchzusetzen. Von den bisherigen Managenttools hatte er genug. Zu viel Strategiepapier für die Schublade. Fasten wirkt unmittelbar, weil es „echt“ ist. </p>
<p>Wenn Menschen sich in der Bereitschaft zum Verzicht treffen, können sie sich selbst und einander finden. „Team Building“ passiert gewissermaßen als Nebenprodukt. Die Fastenden sind zurückgeworfen auf sich selbst und die Gruppe. Fasten heißt immer auch: Loslassen. Der große Schmerz im Leben kommt ja nicht vom Loslassen, sondern vom Unbedingt-Festhalten-Wollen. Man kann sich von einem Plan, einem Produkt, einer Personalentscheidung, einer Kampagne nicht verabschieden, auch wenn die Zahlen und der Bauch schon etwas anderes sagen. Beim Fasten aber öffnen sich Augen, Herzen und Seelen. Neues Gemeinsames kann entstehen. </p>
<p>„Fasten stillt den Hunger unserer Zeit“ sagt ein Sprichwort und offenbar stillt es auch den Hunger unserer Ökonomie, die mit Nachhaltigkeitsberichten und CSR-Management versucht, sich selbst Sinn einzuhauchen und andere davon zu überzeugen. Firmenfasten ist schlicht und einfach auch ein Beitrag zur sozialen Nachhaltigkeit und Gesundheitsvorsorge. „Verlorenes Geld ist ersetzbar, verlorene Zeit niemals. Verlorene Gesundheit kostet beides: Zeit und Geld.“, wie der Ernährungswissenschaftler Werner Kollath anmerkte. </p>
<p>„Die Firma kümmert sich ja wirklich um mich“, erkannte verblüfft eine Mitarbeiterin auf einem Firmenfastenkurs. Wer „echte“ und sinnvolle Leistungen wie biologische Verköstigung in der Firma oder eben gemeinsames Fasten anbietet, bewährt sich als umsichtiger Arbeitgeber und hat Vorteile im Recruiting.</p>
<p>Firmenfasten kann auf zweierlei Arten stattfinden. Eine Gruppe in der Firma entscheidet sich zu fasten, ohne aber deshalb Urlaub zu nehmen. Sie machen das einfach während einer Arbeitswoche. Ich komme mit einem Betreuungsteam in das Unternehmen, um die MitarbeiterInnen zu begleiten, und stehe telefonisch rund um die Uhr zur Verfügung. </p>
<p>Die intensivere Variante ist eine Firmenfastenwoche, wo das Firmenfasten-Team sich dezidiert Auszeit nimmt und in dieser Woche mit gezielten Workshops an einer Aufgabe arbeitet. Solche Wochen stellen wir mit der Firmenleitung maßgeschneidert zusammen. </p>
<p>Informationen: <a href="http://www.koisser.at" target="_blank">www.koisser.at</a><br />
Tel.: 0699 1 7107707</p>
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		<title>Wie fair ist Ihr Trade?</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Mar 2012 08:47:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Fair Trade ist in aller Munde. Und das im Wortsinn: Kaffee, Kakao, Schokolade und andere Genussmittel sind<br />
die bekanntesten Fair Trade-Produkte. Und was hat das mit mir als KMU zu tun? Alles.</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href='http://www.wirks.at/wp-content/uploads/2011/12/fairtrade.pdf'>Der Artikel ist auch als druckfreundliches PDF erhältlich</a></em></p>
<p><em>Fair Trade ist in aller Munde. Und das im Wortsinn: Kaffee, Kakao, Schokolade und andere Genussmittel sind die bekanntesten Fair Trade-Produkte. Und was hat das mit mir als KMU zu tun? Alles.</em></p>
<p>Lisa Muhr ist soeben aus Indien zurückgekehrt. Sie hat sich stundenlang über Straßen, die aus Schlaglöchern bestehen, zu jenen Baumwollplantagen vorgekämpft, von denen sie für ihr Modelabel „Göttin des Glücks“ den Rohstoff bezieht. Sie wollte sehen, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Ist die Baumwolle wirklich bio? Wie wird sie weiter verarbeitet? Werden die Menschen ordentlich entlohnt? Finden sie menschliche Arbeitsbedingungen vor? Sie hat mit  Bäuerinnen gesprochen und MitarbeiterInnen in den Fabriken, wo die Baumwolle zu Garn gesponnen wird. Sie ist erschöpft, aber zufrieden. Alles Bestens. Sie kann sich selbst in den Spiegel schauen und weiterhin mit gutem Gewissen behaupten, dass die Kleidung der „Göttin des Glücks“ fair gehandelt ist und die Rohstoffe unter ökologisch besten Bedingungen gewachsen und gewonnen wurden. </p>
<p>Selbst wenn Michael Sasse wüsste, wo er hin fahren soll, um die Lieferketten zu überprüfen, würde er es nicht tun. Denn anders als bei Lisa Muhr sind seine Lieferketten nicht die des eigenen Unternehmens, sondern die seiner IT &#8211; Lieferanten Er ist CSR-Beauftragter der Oesterreichischen Kontrollbank und hat es sich in den Kopf gesetzt, faire Arbeitsbedingungen in der IT-Branche zu thematisieren. „Wir haben alle anderen Banken in’s Boot geholt“, erzählt er, dennoch bewegt sich bisher wenig. Aufgeben wird er nicht. Er will es wissen.</p>
<p>Ich schreibe diesen Text in meinem Büro und frage mich, was ich alles wissen sollte. Ich sehe mich um. Welches Papier verwende ich? Welche Druckerpatronen? Auf welchem Sessel sitze ich? Mit welcher Internetsuchmaschine suche ich? Es gibt zum Beispiel www.ecosia.org. Die funktioniert wie google, gibt aber 80% ihrer Einnahmen zum Schutz des Regenwaldes aus. Vor mir liegt mein iPhone. Eigentlich ärgerlich, dass das Ding so gebaut ist, dass der Aku nicht getauscht werden kann. Das nennt man Sollbruchstelle.</p>
<p>Der Mensch lernt, wenn er beginnt Fragen zu stellen. Vielleicht haben ja auch Sie Lust, einmal Fragen an Ihre Lieferanten zu stellen und sich Ihre Lieferketten anzuschauen. Das Label „Fair Trade“ zeigt, dass gute Antworten auch ein Geschäftsmodell sein können.</p>
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		<item>
		<title>„In Liebe leben trotz Zerstörung“</title>
		<link>http://www.wirks.at/?p=1091</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Dec 2011 20:25:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.wirks.at/?p=1091</guid>
		<description><![CDATA[<p>Geseko von Lüpke – Publizist, Zukunftsforscher und Chronist und Begleiter von Übergängen – über Wandel, Kollaps und Hoffnung. Das Gespräch führte Weltenwanderer Reinhold Richtsfeld</p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href='http://www.wirks.at/wp-content/uploads/2011/12/In Liebe leben.pdf'>Der Artikel ist auch als druckfreundliches PDF erhältlich</a></em></p>
<p><em>Geseko von Lüpke – Publizist, Zukunftsforscher und Chronist und Begleiter von Übergängen – über Wandel, Kollaps und Hoffnung. Das Gespräch führte Weltenwanderer Reinhold Richtsfeld</em></p>
<p>Herr von Lüpke, Sie sind ein Mensch, der sehr viel macht. Welche Berufsbezeichnung wäre denn am angemessensten?</p>
<p>Da gibt es so viele Schubladen, und ich habe das Gefühl, wir leben nicht mehr in den Zeiten von Schubladen. Ich habe einmal die Formulierung gefunden: Chronist und Begleiter kollektiver und individueller Übergänge. Ich begleite Menschen, die in Lebensübergängen sind. Zugleich haben wir gerade einen kollektiven Kulturwandel, bei dem ein System schrittweise kollabiert. Die Regeln, von dem, was individuell in einem Initiationsprozess geschieht, sind zu dem, was kollektiv passiert, gar nicht so unterschiedlich. Man geht durch Phasen von Chaos und Orientierungslosigkeit, Angst und Depression. Joanna Macy sagt, dass wir zugleich Sterbebegleiter eines alten Systems und Geburtshelfer für ein neues sind. Heute befinden wir uns genau an dieser Schnittstelle, wo wir beides zur gleichen Zeit sind.</p>
<p>Als Chronist von Übergängen kommt die journalistische und publizistische Seite dazu. Ich treffe Protagonistinnen und Protagonisten des Wandels, um zu lernen und über sie zu berichten. Insofern bin ich so etwas wie ein Netzwerker von entstehenden Zukünften, und fühle mich manchmal als Zukunftsforscher. Heute ist das nicht jemand, der sich vorstellt, wie das Jahr 2111 aussehen wird, sondern jemand, der ausfindig macht, wo sich Zukünfte entwickeln.</p>
<p>Zukünfte? Das Wort gibt es eigentlich nur im Singular.</p>
<p>Ich bin vor zwei Jahren einmal eingeladen worden, einen Vortrag über die Welt im Jahre 2050 zu halten. Ich habe dann begründet, wieso das gar nicht zu machen ist. Wir leben  in einer solchen Beschleunigung, denn rein statistisch und mengenmäßig verdoppelt sich das Weltwissen alle sieben bis acht Monate. Wenn das so ist, dann vervierfacht sich das Wissen in vierzehn Monaten, und versechzehnfacht sich in 28 Monaten. Wenn wir das auf 50 Jahre hochrechnen, dann lassen sich überhaupt keine Szenarien mehr machen. Wir wissen nicht, wo die Wissenschaft und die menschliche Entwicklung in zehn oder fünfzehn Jahren sein wird. Die Welt wird schon ganz woanders sein, wird völlig neu sein, vielleicht auch bedrohlich, wenn man sich Nanotechnologie oder den Klimawandel ansieht. Es gibt in Wirklichkeit keine Szenarioforschung mehr, an der man die Gegenwart orientieren könnte, sondern es gibt viele verschiedene mögliche Zukünfte. Mein Gefühl sagt mir, es wird erst mal schwieriger werden, es wird mehr Krisen geben. Dazu wird es Menschen brauchen, die gut mit Krisen umgehen können. Menschen, die Krisen nutzen können, um grundsätzlichen Wandel einzuleiten. Krisen sind der Moment, wo Wandel am einfachsten ist, wo starre eingefahrene Strukturen am ehesten aufbrechbar sind. </p>
<p>Viele Menschen haben das Gefühl, dass sie gar nichts bewirken können.</p>
<p>Wenn wir uns als ein sehr tatkräftiges und kreatives Element von ständig weitergehender Schöpfung begreifen, dann haben wir einen ganz großen Einfluss. Es gibt dieses schöne Bild aus der Chaosforschung: Der Schlag eines Schmetterlings hier kann einen Tornado in der Karibik auslösen, weil die Gleichgewichtsverhältnisse so labil sind, dass eine winzige Veränderung Dominoeffekte hervorrufen kann. Wenn das ein Schmetterling kann, kann ich das auch. Wir müssen erst begreifen, dass aus dieser Vielzahl von kleinen Handlungen große Bewegungen entstehen können. </p>
<p>Frage an den Zukunftsforscher: Was wird denn passieren?</p>
<p>Ich denke, es wird regionaler werden, viel dezentraler. Wenn wir kein Öl mehr haben, und keinen wirklichen Ersatz für diesen Zaubersaft, wird es wenig Globalisierung geben. Dann bekommen wir keine Ananas mehr aus Venezuela, weil der Transport nicht mehr zu finanzieren ist. Wir werden uns wieder auf regionale Bezüge einstellen müssen. Das darf aber nicht in einen Lokalpatriotismus führen, wie wir ihn schon über Jahrhunderte in Europa gehabt haben. Es braucht ein Mittelmaß zwischen interkultureller Vernetzung und Offenheit, eine Zusammenarbeit von unabhängigen Einheiten, genauso wie bei unseren Körperzellen. Eine Zelle kann nur existieren, wenn die Zelle daneben ebenso lebendig und durchlässig ist. Jede einzelne Zelle von uns hat 1500 Recycling-Einrichtungen, die die Materie wieder neu aufbereiten. Wir sind als Körper das beste Beispiel dafür, dass es mehrzellige große Biosysteme und Organismen gibt, die aus einzelnen komplexen Einheiten bestehen. </p>
<p>Die System Erde ist komplex, doch viele Entwicklungen wie der Klimawandel sind weit vorangeschritten. Ist dieser Wandel aufzuhalten?</p>
<p>Das Antlitz der Erde wird sich verändern, die Klimazonen werden sich verschieben. Wir werden viele Menschen aus den südlichen Ländern aufnehmen müssen. Das kann schon für Italien gelten, das vielleicht zur Wüste wird. Ich habe neulich ein Interview gemacht mit Elisabeth Satoris, einer Evolutions- und Zukunftsforscherin. Sie sprach ganz nüchtern von „a better life on a hotter planet“. Es wird viel passieren, was neu ist. Es kommt darauf an, wie kreativ wir mit diesen Situationen umgehen. Wir haben in der Geschichte der Menschheit schon unendlich viele Krisen überstanden. Es wird nicht in dieser grundsätzlichen Partystimmung weitergehen wie bisher mit immer mehr Wachstum und Konsum. Unser System, das einen Verdrängungswettbewerb unterstützt á la „ich lebe besser, weil du schlechter lebst“, ist suizidal. Das wäre so, wie wenn in unserem Körper die Leber anfängt mit der Lunge um Sauerstoff zu kämpfen. Unser wirtschaftliches Wertesystem fördert solche negativen Werte wie Egoismus, Geiz oder Neid.</p>
<p>Was sind die Alternativen?</p>
<p>Es gibt Werte, die in der menschlichen Beziehung funktionieren, das sind Solidarität, Kooperation, Mitgefühl. Wir tun so, als ob die Wirtschaft nichts mit diesen Werten zu tun hätte. </p>
<p>Aber es gibt eine starke Sehnsucht nach diesen Werten.</p>
<p>Paul Ray, ein amerikanischer Soziologe, hat jahrzehntelang den Wertewandel in den USA erforscht. Er stellte fest, dass etwa ein Fünftel der Bevölkerung nach traditionellen Werten lebt, ungefähr ein Viertel nach etwas progressiveren Werten, aber alle halten am gleichen auf Konkurrenz basierenden System fest.</p>
<p>Zugleich gibt es jedoch eine wachsende Gruppe von Menschen – diese ist fast schon so groß wie die beiden Gruppen der Erzkonservativen und der Moderaten – die sich an neuen Werten orientiert. An Werten wie wie Nord-Süd-Ausgleich, spirituellem Wachstum, ökologischer, vegetarischer Ernährung, Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, Schuldenerlass für die dritte Welt. Also Werten von Solidarität und Mitgefühl, die sie in die Welt tragen wollen, um nicht mehr Teil des bestehenden Systems zu sein. Diese Gruppe wächst kontinuierlich, während die beiden anderen Gruppen schrumpfen.</p>
<p>Es gibt das interessante Phänomen der Selbstunterschätzung. Wenn man jemanden fragt, dann glaubt er, er steht alleine da, oder fast alleine. Viele Menschen meinen: „Leute, die so denken wie ich – ach, das werden vielleicht eine Million sein“. Und wenn man dann soziologisch nachfragt, stellt man fest, dass es 20 Millionen sind. Der Kipppunkt liegt schon viel näher als wir glauben, aber die Medien berichten nicht darüber. Das, was sich unterhalb der Oberfläche in den Graswurzeln tut, ist noch nicht so selbstverständlich und sichtbar, doch es geschieht weit mehr, als wir eigentlich denken. </p>
<p>Vor Kurzem wollte ich in einer Geschichte für den Bayrischen Rundfunk einen Abgesang auf die Friedensbewegung machen. Bei Recherchen stellte ich fest, dass die Zahl der Kriege in den letzten 20 Jahren um 90 Prozent zurückgegangen ist. Kanadische Friedensforscher, ernstzunehmende Akademiker von der Universität von Vancouver, sagen, dass wir auf bestem Wege sind, erstmals in der Geschichte der Menschheit den Krieg abzuschaffen. Und keiner weiß davon, weil die Medien ununterbrochen von Blut und Terror, Attentate und Kriege berichten. Seit 1990 die Zahl der großen Kriege um 90 Prozent zurückgegangen. </p>
<p>Was sind die Ursachen dieser überraschend positiven Entwicklung?</p>
<p>Die wesentlichen Gründe scheint das Engagement von Frauen in aller Welt für eine andere Form von Kommunikation und Konsenssystemen zu sein. 70 bis 80 Prozent der Friedensaktivisten sind Frauen.</p>
<p>Es gibt also auch Hoffnung?</p>
<p>Wir sind an einem Punkt, wo der Wandel entweder zu einem neuen Lebensstil führt oder in eine Zerstörungsdynamik. Wenn das große System kollabiert, müssen wir aufpassen, dass wir es so zur Ruhe betten, dass es beim Umfallen nicht zu viel kaputt macht. </p>
<p>Wenn wir in einem solchen Übergang stecken, der uns erstmal in die Krise geführt hat, was gibt es denn für Möglichkeiten, damit gut umzugehen?</p>
<p>In allen Zeiten und in allen Kulturen der Welt gab und gibt es Übergänge und Übergangsrituale, um Veränderungsprozesse zu gestalten und zu bestärken. Menschen wandeln sich ständig, wir wandeln uns vom Kind zum Jugendlichen, vom Jugendlichen zum Erwachsenen, vom Single zum Menschen, der in Partnerschaft lebt, wir kriegen Kinder, wir überschreiten die Lebensmitte, wir werden alt, werden schwächer, orientieren uns mehr nach innen als nach außen, und irgendwann kommt der letzte große Übergang. Wir scheiden aus dem Leben ohne zu wissen wohin es geht. Was ich sagen will ist: Das einzig Sichere, was wir im persönlichen Leben haben, sind Übergänge und Krisen. Das Erwachsenwerden und Reifen, was daraus entsteht, ist ein wesentlicher Prozess sowohl für den individuellen als auch für den kollektiven Wandel. Wir müssen erstmal begreifen, dass die Krise gut und nötig ist. Und dann daraus lernen und handeln!</p>
<p>Es gibt also die persönlichen Übergänge, aber nicht die passenden Rituale?</p>
<p>Richtig! In unserer Gesellschaft haben wir kaum mehr Rituale zu den Wachstumsprozessen der Seele. Heute brauchen wir für Menschen, die durch Krisen gehen, Massen von Psychologen, Psychotherapeuten und Psychopharmaka, um nicht vollzogene Übergänge und Veränderungsprozesse nachzuholen. </p>
<p>Zu meinen Visionssuche-Seminaren kommen Menschen häufig nicht deshalb, weil sie sich wandeln wollen, sondern weil sie sich bereits gewandelt haben und ihr innerstes Bild nicht mehr übereinstimmt mit dem, was sie in der Welt repräsentieren oder tun. Oft geht es darum, eine neue Form von Arbeit zu suchen, fehlgeschlagene Beziehungen zu heilen, oder darum, neue Aufgaben in einem größeren Kontext wahrzunehmen und das eigene Potential zur Entfaltung zu bringen. </p>
<p>Betrifft diese Sehnsucht, das eigene Potential zu entfalten, nur wenige oder geht das heute allen so?</p>
<p>Wenn dieser innere Wandel bei allen Menschen stattfindet, frage ich mich manchmal, ob wir genug darüber reden. Viele haben diese neuen Erfahrungen, die nicht mit dem alten Weltbild übereinstimmen, und halten das für einen individuellen Prozess. Doch in Wahrheit ist es ein kollektiver Prozess. Ich habe oft das Gefühl, dass viele diese Selbstwahrnehmung haben: „Ich glaub ich spinn jetzt ein bisschen“ oder „Irgendwie funktionier ich nicht so wie der Rest“.</p>
<p>Der Psychologe und Bewusstseinsforscher Thorsten Passie zum Beispiel hat in Forschungen festgestellt, dass 97 Prozent aller Menschen außergewöhnliche Bewusstseinszustände oder mystische Erfahrungen haben. 97 Prozent! Nicht dauernd und häufig, aber schon eine solche Erfahrung kann ja durchaus dein Leben verändern! Sei es eine Drogenerfahrung, eine Naturerfahrung, eine sexuelle Erfahrung oder irgendeine andere Form von religiöser Ekstase oder Trance. Wenn das so viele erleben, aber kein Raum für diese Themen besteht, wird etwas gesellschaftlich wegtabuisiert anstatt unterstützt. </p>
<p>In Wirklichkeit ist es eine kollektive Erfahrung.</p>
<p>97 Prozent der Menschen laufen mit einem Selbstbild herum, dass sie eigentlich ein bisschen verrückt sind, weil ihre innere Erfahrung nicht mit der äußeren Welt zusammen trifft. Da gibt es ein unglaubliches Potential für Veränderung, wenn du ihnen klarmachst: „Hey, du bist ein völlig normaler Mensch! Schau, dass du dir Räume schaffst, wo du dieses Potential weiterentwickeln kannst, wo du aus diesen Erfahrungen lernen kannst.“ Also, vielleicht passiert hier schon viel mehr als wir denken. </p>
<p>Wir dürfen also Hoffnung haben. Es passiert mehr als wir denken, und jeder von uns kann etwas beitragen.</p>
<p>Ich bin authentischer mit meinem Leben, wenn ich mich engagiere. Mir geht’s dann einfach besser. Ich kann meinen Kindern in die Augen schauen mit dem Gefühl, ich tu was für das Leben und bin nicht Teil eines zerstörerischen Prozesses. Das schafft Lebensqualität, das lässt mich in Liebe leben trotz Zerstörung. </p>
<p>Was ganz wichtig ist: wir dürfen uns von zerstörerischen Prozessen, die überall auf der Welt passieren &#8211; ob es jetzt irgendwelche Attentate sind, Ölkatastrophen oder Fukushima &#8211; nicht abschließen. Ein natürlicher Reflex ist: „Ich will davon nichts mehr wissen“, aber es geht genau darum, sich berührbar zu machen, den Schmerz zu spüren, die Trauer wahrzunehmen, sie aber nicht in sich zu nehmen. Wir müssen im Feedback bleiben und reagieren, anstatt uns abzuschotten.<br />
Die größte Katastrophe ist, dass wir unsere Hand auf der heißen Herdplatte haben, der Qualm steigt schon hoch, aber wir merken es nicht und ziehen die Hand nicht weg. Wir müssen wieder beginnen, Verletzungen zu spüren. </p>
<p>Geseko von Lüpke, Dr. rer. pol., Jahrgang 1958, studierte Politologie und Ethnologie und ist Journalist und Autor zahlreicher Buchpublikationen, u.a. zu den Themen Kultur, ganzheitliche Ansätze in der Wissenschaft, nachhaltige Zukunftsgestaltung, ökologische Ethik und Spiritualität. Zuletzt erschienen: »Zukunft entsteht aus Krise«. Antworten von Joseph Stiglitz, Vandana Shiva, Wolfgang Sachs, Joanna Macy, Bernard Lietaer u.a. (Rieman 2009)<br />
<a href="http://www.tiefenoekologie.de/de/menschen/dr-geseko-von-luepke.html" target="_blank">http://www.tiefenoekologie.de/de/menschen/dr-geseko-von-luepke.html</a></p>
<p>Reinhold Richtsfeld, Mag. Dipl. Ing., Jahrgang 1977, studierte Elektrotechnik und Soziologie und ist seit 2008 Weltenwanderer, Autor und Vortragsreisender. War 7000km zu Fuß unterwegs auf der Suche nach zukunftsfähigen Lebensstilen. Im aktuellen Bildervortrag „Das Herz des Abenteuers“ berichtet der Wanderer von den Erfahrungen seiner Reise, die ihn durch Westeuropa, auf die Kanarischen Inseln bis nach Marokko und retour führte.<br />
<a href="http://www.rytz.at" target="_blank">www.rytz.at</a></p>
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		<title>GAIA :: Zeit des Loslassens</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Dec 2011 20:22:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gaia]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Gaia ist der Name der personifizierten Erde. Veronika Lamprecht erzählt, was gerade in der Natur passiert und was das für uns bedeuten könnte.</p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href='http://www.wirks.at/wp-content/uploads/2011/12/Gaia.pdf'>Der Artikel ist auch als druckfreundliches PDF erhältlich</a></em></p>
<p><em>Gaia ist der Name der personifizierten Erde. Veronika Lamprecht erzählt,<br />
was gerade in der Natur passiert und was das für uns bedeuten könnte.</em></p>
<p>Im Kreis des Naturjahres befinden wir uns um den 21. Dezember an einem der zwei Wendepunkte im Jahr, der Wintersonnwende. Der kürzeste Tag und die längste Nacht des Jahres bringen die größtmögliche Dunkelheit. Das Tageslicht nimmt heuer in Mitteleuropa bis zum 22. Dez. um 6:30 Uhr ab – um ab diesem Punkt wieder zuzunehmen. Ganz langsam, die ersten Wochen kaum merkbar, wird die Sonneneinstrahlungs-zeit auf der Erde wieder mehr. </p>
<p>Was heißt das für uns Menschen?<br />
Wir sind diesen Naturrhythmen mehr ausgeliefert, als wir wahrhaben wollen. Die meisten Menschen haben um diese Zeit das Bedürfnis nach mehr Ruhe, Rückzug und Schlaf. Da wir uns ein System erschaffen haben, das dem nicht Rechnung trägt – ja, sogar durch Jahresabschlüsse, Weihnachts- und Neujahrsverpflichtungen noch zusätzliche Arbeiten aufbürdet, kippen die meisten Immunsysteme dann spätestens im Jänner, Feber zusammen – und die Grippeviren feiern Hochsaison. 80 % der Menschen haben bis vor ca. 200 Jahren von und mit der Landwirtschaft gelebt und ihr Rhyth-mus war dem natürlichen Licht angepasst, jahrtausende alte gespeicherte Lebens-erfahrung im körperlichen Biorhythmus jedes Menschen. Die Traditionelle Chine-sische Medizin berücksichtigt diese evolutionär geprägten Erfahrungen und weiß darum, dass im Winter das menschliche Immunsystem einen „Winterschlaf einlegt“, sich  also zurückzieht, „zurückfährt“. Aktuelle Studien bestätigen ebenfalls, dass Schlaf die natürlichste und größte Regenerations- und Heilquelle ist und das Immunsystem stärkt.</p>
<p>„Dafür haben wir keine Zeit!“<br />
Jedes Unternehmen verliert durch zuwenig Entschleunigungs- und Erholungsphasen – und nicht wie umgegehrt argumentiert wird: „dafür haben wir keine Zeit!“ Wer dafür keine Zeit hat, hat bald keine wirklich kreativen leistungsfreudigen Mitarbei-ter/innen mehr. Ein kluges Management kann ganzheitliche Zusammenhänge erkennen und darauf reagieren. Folgende Fragen können Anregung sein: </p>
<p>Was kann um diese Zeit losgelassen werden?<br />
Welche Aufgaben, Termine können genauso gut auch im Jänner, Feber erledigt werden? Aus welchen Gründen muss der Jahresabschluss am 31.12. liegen? Welche Alltagsrituale gibt es im Unternehmen? Zeiten, in denen der Augenblick, ein Anlass gewürdigt wird? Wie kann Verlangsamung im Prozess, im Projekt entstehen? Entschleunigung? Stille-Zeiten? Das Gesammelte ruhen lassen? </p>
<p>Wie kann das Tagesgeschäft entschleunigt werden?<br />
Harald Koisser, Stille-Buch-Autor, stellte ein einem seiner Stille-Workshops den An-gestellten folgende Frage: „Wie kann Stille ein leistungsstärkendes Element für das Tagesgeschäft und in der Folge für die Unternehmensentwicklung werden?“ Das Team befasste sich kreativ mit dieser Frage und erfand einen „Stille-Tag“ pro Woche für jede/n Mitarbeiter/in! Jede Person hat einen Tag, an dem sie keine Mails beantworten oder das Telefon abheben (an internen Meetings teilnehmen) muss und sich ganz auf die eigene Arbeit konzentrieren kann. Ein erster Schritt, aus dem erschöpfenden Hamsterrad auszusteigen! </p>
<p>Aus dem Loslassen, Entschleunigen, Innehalten wächst der Neubeginn, die neue Vision. „Alles Leben wird aus der Dunkelheit geboren.“ Das gilt nicht nur für Sterne, die aus der „Dunklen Materie, dem Chaosraum“ entstehen wie für Menschen, die im Mutterbauch heranwachsen – sondern auf für Projekte und Unternehmensideen.<br />
Claus Otto Scharmer ermutigt in seinem Buch „Theorie U. Von der Zukunft her führen“: „Wir sind viel zu sehr reaktiv tätig und zuwenig reflektiv. Wichtig ist immer wieder hinzuspüren, hinzusehen auf unsere Denk- und Verhaltensmuster. Loslassen, Innehalten ermöglicht Veränderung und neue Bilder in mir zu erschaffen. Wie halte ich an Altem, Überholten fest, verhinderte damit das Neue, die Weiterentwicklung? Ohne Sterben kann es keine nachhaltige Weiterentwicklung geben. Und dazu braucht es den Mut und den Willen das Vertraute loszulassen sich rein tragen Lassen in eine Sache, ohne genau zu wissen, wie und wann was dabei heraus kommen wird.“</p>
<p>Die besten Ideen entstehen, wenn wir grad nicht an sie denken. Lassen wir los, damit das Neue kommen kann. </p>
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		<title>Spirituell kreativ</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Dec 2011 20:21:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Über die Parallelen zwischen Spiritualität und Kreativität. Eine Annäherung an den Begriff Loslassen. Von Georg Bauernfeind</p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><em><a href='http://www.wirks.at/wp-content/uploads/2011/12/spirituell kreativ.pdf'>Der Artikel ist auch als druckfreundliches PDF erhältlich</a></em></p>
<p><em>Über die Parallelen zwischen Spiritualität und Kreativität. Eine Annäherung an den Begriff Loslassen. Von Georg Bauernfeind</em></p>
<p>Spiritualität boomt derzeit ja unglaublich. Die Lebenshilfeabteilungen in den Buchhandlungen quellen über. Überall ist vom Loslassen die Rede. Ds gibt einzelne Stars dieser Szene – Anselm Grün, Richard Rohr, Eckart Tolle – und man wird den Eindruck nicht los, dass es denen auch nicht anders geht, als uns Kabarettisten: Alle zwei Jahre sollte man als Kabarettist ein neues Programm herausbringen. Spirituelle Autoren haben mit den Verlagen vermutlich ähnliche Abkommen. Kein leichtes Schicksal: Das Loslassen predigen und selber permanent produzieren müssen! Kann das zusammengehen? Ich sage ja, aber nur wenn…</p>
<p>Autoren, Kabarettisten und Kreative generell haben immer denselben Druck: Sie müssen kreativ sein, sie sollen Neues hervorbringen. Für Kabarettisten gilt: es soll auch noch witzig sein. „Komm, sag was Lustiges! Jetzt auf der Stelle.“  Der Druck kommt von allen Seiten, aber natürlich auch aus der gefährlichsten Ecke: aus sich selbst. </p>
<p>Ich kenne nicht alle spirituellen Bücher und Richtungen, aber wenn ich etwas verstanden habe, dann scheint sich doch dieser eine Gedanke durch die meisten spirituellen Strömungen zu ziehen: Die Unterscheidung zwischen einem falschen Ego und einem wahren Selbst. Sind Sie noch dran?</p>
<p>Belegen wir diese Behauptung am besten mit einem Zitat, gefunden bei Richard Rohr in seinem Buch „Wer loslässt, wird gehalten“: „Echte Kontemplation, echte religiöse Erfahrung, löst die  Festung des „Ich“ auf und beseitigt seine Bollwerke.“ Es geht, so Rohr, um die Verbindung mit unserem innersten Kern.  Kein leichtes Unterfangen in einer Welt, die – das dürften die spirituellen Denker Richard Rohr, Anselm Grün oder Eckart Tolle in ihrer Weltsicht einen  –  materialistisch und oberflächlich ist. Da muss man gar nicht das Klagelied über den Konsumrausch vor Weihnachten anstimmen, es genügt ein Blick in Unternehmen und Organisationen: Die Selbstdarsteller und die Blender setzen sich nach wie vor sehr oft in den Hierarchien durch (Ausnahmen bestätigen die Regel). Wer es nach oben schaffen will, braucht ein starkes Ego, braucht einen starken Schutzwall. Was jemand, der sich auf dem Weg des sogenannten Erfolges befindet, am wenigsten brauchen kann: Einen Zugang zum wirklichen inneren selbst.</p>
<p>Es steckt also in diesem Begriff „loslassen“  eine Haltung, die dem, was wir in der sogenannten „normalen“ Welt finden, diametral entgegengesetzt ist. Aber stimmt das so? Oder habe ich dabei etwas übersehen? </p>
<p>Ja. Die Kreativität. Denn das Absurde im Bereich der kreativen Entfaltung, scheint zu sein: Hier braucht man eine Portion Abstand vom Ego. Sonst wird das nichts. Natürlich gibt es auch in der Kreativbranche unglaublich viele Selbstdarsteller und Egomanen. Aber, so deute ich jetzt einmal den kanadischen Autor John Vorhaus und seine Aussagen in dem unbedingt empfehlenswerten Buch „The Comic Tool Box“: Wer weiterkommen will, muss auch loslassen. Mit dem Schreiben ist es wie mit dem Besteigen eines Berges (Ok, das ist jetzt noch nicht das Originellste an diesem Text, trotzdem dran bleiben, es kommt noch): Man setzt sich hin, schreibt drauf los und ist dann – wenn man den inneren Zensor überwunden hat – sehr froh, über das Ergebnis. Ist doch nicht schlecht, sagt man zu sich selbst. Das Problem: Mit dieser Haltung überlebt man als Kabarettist nicht. Der erste Versuch ist enorm wichtig. Aber der erste Versuch ist selten der Beste. Denn, wieder im Bild gesprochen, kaum ist man  am Gipfel angekommen, entdeckt man, dass man keinen Berg sondern einen Hügel erklommen hat. Erst jetzt sieht man, dass es daneben einen richtigen Berg gibt!!! Es nützt nichts: Der Autor, der sich weiterentwickeln will  – und jetzt kommt die Parallele zur Spiritualität – muss hinabsteigen. Unten ist es nebelig. Man kennt den Weg zum neuen Berg nicht. Man ist geneigt zu sagen: Ach, hier ist es ganz gemütlich. Es geht dann darum, vom bisher erreichten loszulassen. Auf den bloßen Verdacht hin, dass es noch besser geht und – das ist die zweite Parallele: Beim Überarbeiten, also beim zweiten Weg, ist alles auszusondern, was nicht dem Werk dient, sondern dem Ego! </p>
<p>Uh, das tut weh! Da erwischt uns John Vorhaus in unserer Selbstverliebtheit! Es nützt nichts: Der Künstler hat dem Werk zu dienen und nicht das Werk dem eigenen Ego! Komme ich also zu meiner Schlussfolgerung: Ich habe keine Ahnung, ob man in der sogenannten normalen Welt, also im Geschäftsleben, in der Wirtschaft, ob man dort durch Loslassen weiterkommt oder zum totalen Looser wird, der nicht ernstgenommen wird. Denn natürlich gibt es Dissertanten der Philosophie die als Portiere arbeiten, die sich dem „normalen“ Druck entziehen. Ich spreche hier bloß vom Bereich der Kreativität, von der Weiterentwicklung als Künstler: Wer weiter kommen will, muss immer wieder von vorne beginnen, muss Dinge verwerfen, die er für vollendet erachtet. Im Vertrauen darauf, dass die kreative Quelle nicht versiegt. Weil diese Quelle letztlich auch nur dann erfolgreich fließt, wenn sie hin und wieder an dem andocken kann, was von innen kommt. </p>
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